Sonntag, 4. Oktober 2009

Zum Fall "Kassandra"

http://www.arcor.de/content/aktuell/news_panorama/74347458,1,artikel,14-jaehriger+Tatverdaechtiger+gibt+Raetsel+auf.html

Es ist mal wieder typisch: ein Junge ist auffällig gewalttätig, trotz normaler Intelligenz besucht er deswegen eine Förderschule; er begeht ein brutales Verbrechen, wirkt auf Ermittler "beeindruckend gefühlskalt", und über sein Elternhaus heisst es nur lapidar "unauffällig".

Wie genau wurde da die saubere bürgerliche Fasade wohl hinterleuchtet? Woher hat der Junge so früh wohl seinen emotionalen Schaden erworben, wenn nicht zuhause - in welcher Form auch immer?! Aber wenn in seinem PC auch nur ein Ego-Shooter gefunden würde - es wäre mal wieder klar, was Schuld hat! Leider gibt es auch heute noch viele, die bereit sind, Eltern unter Generalamnestie zu stellen, und denen kein Vorwand zu weit hergeholt ist, dort nicht tiefer graben zu müssen!

Wir erinnern uns: im Falle des Kindermörders Bartsch hieß es seitens des Gerichts zuerst auch, er habe Eltern gehabt, "wie man sie sich nur wünschen kann". Später zeigte sich, wie eklatant oberflächlich diese Eltern betrachtet worden waren, wie sehr man sich von Klischeevorstellungen blenden ließ.

Es sollte für jeden klar denkenden und fühlenden Menschen, der die Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie nicht komplett ignoriert, sonnenklar sein, dass bei solch einem sozial gestörten Kind das Elternhaus gar nicht gesund sein KANN!

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